Du trobar au tarab
Eine Reise ins Herz des 13. Jahrhunderts, wo die Kunst des Troubadours auf die arabisch-andalusische Musik trifft
TROBAR, okzitanisch - Vom Reim zur Musik, der Troubadour ist derjenige, der findet.
TARAB, arabisch - Von der emotionalen Verbindung zwischen dem Musiker und seinem Publikum.
Diese originelle Kreation vereint vier Musiker des Ensembles ApotropaïK und drei Gastkünstler, Spezialisten der arabisch-andalusischen Musik; zusammen haben sie einen gemeinsamen Weg - eine Stimme - erdacht, der aus Teilen und Austausch besteht, mit dem Ziel, eine universelle Emotion zu vermitteln und an den Multikulturalismus von Al-Andalus anzuknüpfen.
Das Projekt entstand aus der Tradition der musikalischen Wettkämpfe, die in Spanien noch sehr lebendig sind, und den poetischen Wettkämpfen des Maghreb; die Konfrontation nährte die Vorstellungskraft der Künstler, die eine aktuelle und lebendige Neuinterpretation einiger der in den Cantigas de Santa María überlieferten Buchmalereien zu Gehör bringen werden. Die Cantigas de Santa María sind der beste Beweis für die gemeinsame Praxis und den reichen künstlerischen Austausch zwischen maurischen und katholischen Musikern im 13.
Es wurde eine ganze Arbeit des Umschreibens und Arrangierens geleistet, wobei die zahlreichen Gemeinsamkeiten der jeweiligen künstlerischen Praktiken genutzt wurden: modale Skalen, melodische Wendungen, Vokal- und Instrumentaltechniken, Rhythmus usw. Eine Arbeit der Vermischung, die die Gemeinsamkeiten, aber auch die jeweiligen Besonderheiten jeder der beiden Kulturen hervorhebt.
ApotropaïK
ApotropaïK hat sich zum Ziel gesetzt, den Zugang zum mittelalterlichen Repertoire durch einen jungen, sensiblen und lebendigen Blick zu erneuern. Sein kurioser Name leitet sich vom griechischen Wort apotropein ab, das die Idee der Umleitung ausdrückt und an die Funktion der primitiven Tropen erinnert: die Erfindung durch Hinzufügen und Wiederaneignung. Es veranschaulicht den Ansatz des Ensembles, das sowohl das Arrangement als auch die Vermischung kultiviert. Der Begriff „apotropäisch“, der in der Kunstgeschichte wiederverwendet wird, verbindet sich mit der Funktion der Wasserspeier unserer gotischen Kathedralen, nämlich das böse Schicksal abzuwenden. Das Ensemble lädt also dazu ein, sich von überkommenen Vorstellungen abzuwenden, um einer Musik zu dienen, die uns trotz der Entfernung heute in ihrer ganzen Modernität und ursprünglichen Frische erscheint, die Emotionen vermittelt.
Besetzung
Clémence Niclas (Gesang und Blockflöten), Louise Bouedo (Bogengeige), Marie-Domitille Murez (gotische Harfe), Clément Stagnol (mittelalterliche Laute), Meryem Koufi (Gesang und Kouitra), Yasmine Rabet (Perkussion), Khaled Aljaramani (Oud und Stimme)