Die Tanzpest
Im Juli 1518 begann eine Frau vier bis sechs Tage lang in einer Straße in Straßburg eifrig zu tanzen. Innerhalb einer Woche hatten sich ihr 34 weitere Personen angeschlossen, und innerhalb eines Monats waren es rund 400.
Zwar wurde zwischen 1200 und 1600 von etwa 20 vergleichbaren Episoden berichtet, doch die historischen Dokumente aus dieser Zeit, darunter Notizen von Ärzten, Predigten aus dem Münster, lokale und regionale Chroniken und sogar vom Straßburger Stadtrat ausgestellte Tickets, machen diese Epidemie zu einer der am besten dokumentierten in der Geschichte.
Als die Epidemie immer schlimmer wurde, wiesen die Ärzte astrologische und übernatürliche Ursachen zurück. Anstatt jedoch wie üblich Aderlässe zu verordnen, ermutigten die Behörden die Tänzer, indem sie einen Getreidemarkt einrichteten und eine Holzbühne bauten. Sie glaubten nämlich, dass die Kranken nur dann mit dem Tanzen aufhören würden, wenn sie es ununterbrochen Tag und Nacht bis zur Erschöpfung tun konnten. Um die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern, stellten die Behörden sogar Musiker ein, die den Tanz unterstützen sollten.
Das Basler Ensemble Zweigulden erinnert an diese berühmte historische Episode mit viel Musik und Tänzen aus der Renaissance - ein zwar ungewöhnlicher Ausflug für „Voix et Route Romane“, aber ein sehr lokaler und berauschender!
Ensemble Zweigulden
Das Ensemble Zweigulden, das sich auf weltliche Instrumentalmusik um 1500 spezialisiert hat, präsentiert fesselnde Konzerte zu dramatischen historischen Themen wie der tanzenden tödlichen Pest von 1518 in Straßburg und den Fechtturnieren Kaiser Maximilians. Im Zentrum des Projekts steht das einst weit verbreitete Renaissance-Instrumentenduo Flöte und Trommel, das in der Tradition der Basler Fasnacht immer noch eine wichtige Rolle spielt. Zweigulden hat mit historischen Tänzern, historischen Fechtern und zeitgenössischen Tänzern zusammengearbeitet und tritt manchmal in Kostümen auf, wodurch verschiedene Disziplinen miteinander verschmelzen.
Besetzung
Grace Newcombe (Stimme und gotische Harfe), Colin Heller (Violine und Nyckelharpa), Marc Lewon (Laute, Quinterne, Cister und Stimme), Philipp Wingeier (Renaissancetrommel und Sprecher), Christian Senatore (zeitgenössischer Tanz, Choreographie), Laetitia Kohler (zeitgenössischer Tanz, Choreographie), Holly Scarborough (Flöten, Trommel, Tamburin, Konzept und Leitung)