Paris 1200
Um 1200 entstand in Paris mit dem Bau der Kathedrale Notre-Dame eine architektonische Sensation. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dieses so fruchtbare kulturelle Umfeld auch auf musikalischer Ebene für Aufsehen sorgte, indem sich die heute als École de Notre-Dame bekannte Schule entwickelte. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde eine echte Notenschrift entwickelt, die sowohl die Tonhöhen als auch die Notenlängen angab.
Die Qualität der Kompositionen, die uns überliefert sind, ist auffallend hoch. Es handelt sich um wahre Meisterwerke, die noch heute durch ihre Farbigkeit, ihren maßlosen Erfindungsreichtum und die beeindruckende Komplexität ihres polyphonen Aufbaus faszinieren.
Das Programm umfasst Werke der großen Meister Leonin und Perotin, die anonymen Akklamationen zum Ruhm von König Philipp August sowie verschiedene anonyme Motetten. Ein Programm, das in eine weit entfernte und doch immer wieder spannende musikalische Welt einlädt.
Mit über 1000 Konzerten und mehr als 120 Schallplattenaufnahmen, zahlreichen Radiosendungen und Musikaufnahmen von Vokal- und Instrumentalwerken aus dem 12. bis 17. Jahrhundert ist das Huelgas Ensemble weltweit führend bei der Wiederentdeckung der Polyphonie.
Huelgas Ensemble
Bereits seit über fünfzig Jahren ist das Huelgas Ensemble eines der renommiertesten Ensembles, das sich auf die Aufführung polyphoner Musik des Mittelalters und der Renaissance spezialisiert hat. Das Ensemble ist international für seine originelle Programmgestaltung bekannt, die oftmals unbekannte Werke ins Rampenlicht rückt. Die Interpretationen werden durch eine gründliche Kenntnis der ästhetischen Vorstellungen von der Musik- und Vokalpraxis des Mittelalters und der Renaissance bestimmt.
Besetzung
Dorothea Jakob, Malwine Nicolaus, Helen Cassano (Cantus), Paul Bentley-Angell, Daniel Thomson, Loïc Paulin, Achim Schulz, Tom Phillips (Tenor), Hidde Kleikamp baryton, Tim Scott Whiteley, Andrés Soler Castaño (Bassus), Paul Van Nevel (leitung)