Vox Feminae
Zwischen Zwängen und Freiheiten, Frauenwege in der mittelalterlichen Musik
Man stellt sich die Frauen des Mittelalters als Wesen vor, die vollständig der Autorität der Männer - Väter, Ehemänner, Priester - unterworfen sind. Dennoch begegnet man im Laufe der Geschichte immer wieder erstaunlichen Frauen aus allen Schichten, die sich dieser Herrschaft entzogen.
Während die von Männern geschriebene Geschichte der mittelalterlichen Frauen lange Zeit ignoriert wurde, ist ihre Stellung im städtischen Umfeld des Spätmittelalters in jüngster Zeit wieder ins Rampenlicht gerückt. Die drei wichtigsten weiblichen Statusgruppen werden auch in den musikalischen Repertoires dargestellt.
Ein beträchtlicher Teil der mittelalterlichen Musikproduktion stellt die reine Frau in den Vordergrund, die durch die Figur der Jungfrau Maria idealisiert und im strengen Leben der Klöster verkörpert wird. In der weltlichen Welt wird die verheiratete Frau von den höfischen Dichtern begehrt und umworben, und zahlreiche Lieder von Troubadouren und Trouvères zeugen von außerehelichen Beziehungen, die von der Gesellschaft mehr oder weniger toleriert werden. Nach der Trennung von ihren Ehemännern können Frauen an Freiheit und Macht gewinnen, insbesondere im Adel, wo sie politische Ämter übernehmen und sich dem musikalischen Mäzenatentum widmen, wie z. B. Eleonore von Aquitanien, Jeanne de Boulogne, Valentina Visconti oder Christine de Pisan.
Le Miroir de Musique
Le Miroir de Musique ist ein Ensemble, das sich auf die Musik des Spätmittelalters und der Renaissance spezialisiert hat, von der Zeit der Troubadoure bis zu den humanistischen Bewegungen des 16. Jahrhunderts. Das Ensemble vereint Persönlichkeiten aus der neuen Generation von Interpreten der Alten Musik. Es hat seinen Sitz in Basel (Schweiz) und die meisten seiner Mitglieder sind Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis. Le Miroir de Musique - ein Bild, das dem Traktat von Jacques de Liège entlehnt ist - möchte das Repertoire des Mittelalters und der Renaissance im Geiste der Quellentreue und des Respekts vor der ursprünglichen Bedeutung der Musik vermitteln.
Distribution
Dorothea Jakob (Sopran), Tessa Roos (Mezzosopran), Ivana Ivanovic (Mezzosopran), Ivo Haun (Tenor), Claire Piganiol (romanische und gotische Harfe), Silke Schulze (Schalmei, Bombarde, Flöte und Trommel), Elizabeth Rumsey (Bogenfiedel), Baptiste Romain (Bogenfiedel, Dudelsack und Leitung)